Food Fotografie Requisiten – meine Must Haves

Food Fotografie Requisiten

Food Fotografie Requisiten sind die heimliche Leidenschaft eines jeden Food Fotografen. Ich kenne keinen Food Fotografen, der an schönem Geschirr vorbeilaufen und zu einem Holzbrett „nein“ sagen kann. Hier noch ein Teller, da noch ein bisschen Besteck und ach diese Tasse und das Geschirrtuch kann ich für mein nächstes Shooting bestimmt gebrauchen. Aber welche braucht man wirklich? Welche Food Fotografie Requisiten sind. sinnvoll, wenn man gerade mit Food Fotografie startet? Welche Teller, wieviel Besteck und was sonst braucht man alles um Lebensmittel schön in Szene zu setzen?

Tatsächlich braucht man kein ganzes Regal voller Geschirr. Ein paar wenige Props (so nennt man die Requisiten im Fachjargon) reichen für den Anfang vollkommen aus und vieles davon hast du bestimmt schon zu Hause. Oft redet man sich ein, dass man dieses noch braucht und jedes. Dabei macht die Verwendung der gleichen Props auch den Bildstil eines Fotografen aus. Eine allzu große Vielfalt ist also nicht unbedingt notwendig. (Sagte sie und überlegte gleichzeitig, wo sie das nächste Regal für weitere Requisiten aufbauen könnte…).

Ich empfehle dir erst einmal einen soliden Grundstock aufzubauen, den du immer wieder verwenden kannst und der universell einsetzbar ist. Mit der Zeit wirst du rausfinden, was dein Stil ist. Die Optik deiner Props ist nämlich stark von deiner Art zu fotografieren abhängig. Fotografierst du lieber helle Fotos, dann brauchst du mehr helles Geschirr. Fotografierst du lieber dunkle Settings, brauchst du natürlich mehr dunkles Geschirr. Oder backst du lieber als zu kochen? Dann sind Backformen interessanter als Pfannen und Töpfe. Bevor du dir also einen riesigen Schrank mit Fotorequisiten zulegst, macht es Sinn mit ein paar wenigen Props zu starten und nach und nach die Dinge aufzustocken, die dir für deine Fotos noch fehlen. Für den Anfang empfehle ich dir einen Grundstock aus zehn Utensilien. Mit diesen zehn verschiedenen Requisiten kannst du so gut wie jede Idee umsetzen.

10 Food Fotografie Requisiten

Holzbretter

Es gibt sie in rund und eckig, länglich und quadratisch. In hell und in dunkel, in groß und in klein. Die Vielfalt von Holzbrettern ist schier unendlich. Für den Anfang empfehle ich ein großes und ein kleines rechteckiges Holzbrett. Holz bringt zum einen Wärme ins Bild und zum anderen eignet es sich für fast jede Art von Speise. Sei es frisch geschnittenes Obst oder Gemüse, als Unterlage für Brot, als Servierplatte für Gebäck oder als zusätzliche Ebene unter einem Teller. Holzbretter sind vielseitig einsetzbar und deshalb eine meiner liebsten Fotorequisiten.

Matte Teller

Essen serviert man in den meisten Fällen auf einem Teller. Deshalb ist es nicht unüblich, dass man bei Food Fotografen den ein oder anderen im Schrank findet. Im Gegensatz zum Geschirr im Alltag gibt es aber für die Lebensmittelfotografie einiges zu beachten. Wild gemusterte Teller in bunten Farben lenken oft vom eigentlichen Motiv ab, statt es zu unterstützen. Für die Grundausrüstung deshalb lieber auf ein paar schlichte Exemplare setzen. Außerdem kannst du dir das Leben leicht machen, wenn du auf eine matte Textur achtest. Dann hast du später nicht das Problem mit störenden Reflektionen. Denn so schön glänzende Teller aussehen, genauso schwierig sind sie zu fotografieren. Mit matten, schlichten Tellern in verschiedenen Größen kannst du nichts falsch machen.  

Kleine Schüsseln

Schüsseln, Schüsseln, Schüsseln. Wenn man von etwas nicht genug haben kann als Food Fotograf, dann sind es Schüsseln. Große Schüsseln für Salate, mittlere Schüsseln für Suppen und Eintöpfe und kleine Schüsseln für Zutaten. Und gerade die kleinen Schüsseln werden so häufig in der Food Fotografie gebraucht. Du kannst damit Lücken in deinem Foto füllen und Zutaten deines Gerichts nochmal separat daneben stellen. Oft kann man bei gekochten oder gebackenen Speisen die einzelnen Zutaten gar nicht mehr richtig erkennen. Dann macht es Sinn, in einer kleinen Schüssel die Zutat nochmal separat danebenzustellen. So erzählst du eine Geschichte, die dem Betrachter verrät, welche Zutaten für das Gericht verwendet wurden. Man bekommt dadurch einen besseren Eindruck, wie das Gericht schmeckt. Aber auch z.B. für einfache Gewürze wie Salz & Pfeffer, um eine Lücke im Bild zu füllen oder um einzelne Backzutaten zusammen zu stellen. Für kleine Schälchen gibt es immer eine Verwendung.

Mattes Besteck

Für das Besteck gilt ähnliches wie für die Teller: Lieber schlicht und matt statt bunt gemustert und glänzend. Während ein glänzender Teller sich mit ein paar Tricks noch ganz gut fotografieren lässt, wird es bei einem spiegelglatten Löffel fast schon unmöglich zu vermeiden, dass du dich mit der Kamera darin spiegelst. Deshalb auch hier lieber ein paar Exemplare mit mattem Finish zulegen. Das spart dir in Nachhinein viel Arbeit. Außerdem reichen 2-3 Sets bestehend aus einem Teelöffel, einem Suppenlöffel, einem Messer und einer Gabel für die meisten Shootings komplett aus. Ich selbst besitze ein schickes goldenes, ein vintage-angehauchtes in Silber und ein rustikales Holzbesteck – damit habe ich die letzten drei Jahre fast ausschließlich fotografiert und war für jedes Motiv gut ausgestattet.

Stoff- & Geschirrtücher

Stofftücher eigenen sich hervorragend, um etwas Struktur oder eine zusätzliche Ebene in ein flaches Bild zu bekommen. Je nach Motiv kannst du hier auch mit etwas Farbe spielen und z.B. ein Tuch in Komplementärfarbe oder eines aus der gleichen Farbfamilie wählen. Stofftücher haben außerdem den Vorteil, dass sie sich in verschiedene Formen legen lassen. Ich nutze Geschirrtücher deshalb oft, um den Blick des Betrachters durchs Bild zu lenken.

Gitter

Gerade wenn du lieber backst, ist die Anschaffung von einem Backgitter sinnvoll. Das Gitter funktioniert bei Gebäck wie ein Teller und durch das Gittermuster wirkt das Bild direkt spannender. Auch hier gibt es unzählige Varianten in Form und Farbe. Wähle etwas, dass zu deinem Stil passt. Außerdem ist es sinnvoll, auch hier eine etwas kleinere Größe zu wählen, damit deine süßen Kreationen gut zur Geltung kommen und nicht verloren wirken.

Tipps für schöne Food Fotos

Backpapier

Eines der günstigsten Props ist Backpapier. Ähnlich wie Stofftücher kannst du mit Backpapier eine zusätzliche Ebene im Bild schaffen. Außerdem hat Backpapier den Vorteil, dass du es dreckig machen kannst. Wenn du also einen weißen Untergrund brauchst, aber nicht dein schönes Stofftuch ruinieren möchtest, kann Backpapier eine gute Alternative sein. Wenn du das Papier vorher zerknüllst und wieder etwas glattstreichst, sorgt das für ein wenig Struktur und das Bild wirkt spannender. Je nach Farbwelt kannst du braunes oder weißes Backpapier benutzen und speziell für Gebäck macht sich Backpapier hervorragend.

Kleine Pfanne oder Topf

Eine kleine Pfanne oder ein Topf kann eine schöne Abwechslung zu Tellern und Schüsseln sein. Gerade optisch unschönere Gerichte wie Gulasch wirken in einer Pfanne oft besser und appetitlicher als auf einem Teller. Achte beim Kauf auf die Größe. Wähle lieber eine kleine Pfanne bzw. Topf, das wirkt auf Bildern harmonischer als ein Exemplar in Normalgröße.

Gläser

Glas zu fotografieren ist nochmal eine ganz andere Herausforderung. Man sieht jeden Fingerabdruck, jedes Staubkorn und jede Reflektion. Nichtsdestotrotz ist es gut das ein oder andere Exemplar im Schrank zu haben. Es kann dein Bild unterstützen. So kannst du z.B. mit einem Glas Rotwein im Hintergrund die Geschichte eines gemütlichen Abends erzählen oder mit einem Glas Sprudelwasser noch mehr Frische ins Bild zaubern. Aber auch für den ein oder anderen Drink ist ein Glas im Repertoire nicht verkehrt. Wie bei allen Utensilien würde ich auch hier eher zu Schlichtheit raten.

Hintergründe

Die wichtigsten Food Fotografie Requisiten zum Schluss: Hintergründe. Der Boden oder die Wand, vor der du dein Set aufbaust, ist ausschlaggebend für die Geschichte und die Optik deines Bildes. Ein offener Holzhintergrund lässt dein Bild rustikal erscheinen, eine Marmorplatte dagegen schick und edel. Zu gelben Speisen passt oft ein bläulicher Untergrund, zu grünen besser ein weißer. Auch hier gilt: für den Anfang reichen ein paar wenige vollkommen aus. Überlege was du schon zu Hause hast. Eventuell eine Holzkommode, einen weißen Esstisch und im Keller noch eine Holzplatte, die du anmalen kannst, reichen, um herauszufinden, womit du dich am wohlsten fühlst. Ansonsten findet man beim Sperrmüll oft gute Untergründe oder auch im Baumarkt in der Tapetenabteilung.

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