Tipps für schärfere Fotos

Scharfe Fotos Tipps

Vielleicht hast du dich schon mal gefragt, warum die Bilder anderer schärfer sind als deine. Du hast das gleiche Equipment und trotzdem sehen die Bilder deiner Kollegen schärfer aus. Woran das liegt und was du tun kannst, um schärfere Fotos zu bekommen erkläre ich dir in den folgenden Tipps:

Schärfere Fotos mit diesen 14 Tipps

Linse sauber halten

schärfe Fotos mit sauberer Linse

Der erste Tipp klingt banal, aber ist so wichtig. Du willst schnell ein Foto machen, greifst zur Kamera, machst ein paar Bilder und später stellst du fest, dass die Linse dreckig war. Man vergisst es schnell und ärgert sich später. Denn eine dreckige Linse bedeutet oft auch unscharfe Bilder. Deshalb vor jedem Shooting einmal alle Linsen putzen. Achte darauf, dass kein grober Staub oder Sand auf der Linse ist, bevor du mit dem Putzen beginnst. Den erstmal vorsichtig wegpusten oder mit einem Pinsel vorsichtig wegfegen. Erst dann die Linse putzen. Am besten funktioniert das mit feinen Mikrofasertüchern und z.B. einem Lenspen *. Das Teil kostet nicht viel Geld und ist dabei so super hilfreich. Auf der einen Seite ist ein Pinsel für den gröberen Dreck. Auf der anderen ein Reinigungspad gegen Fingerabdrücke und co. Kann ich absolut empfehlen. Passt in jede Hosentasche und möchte ich nicht mehr missen.  

Sensor sauber halten

Neben der Linse solltest du auch auf einen sauberen Sensor achten. Das ist nicht ganz so leicht, weil dieser sich innerhalb deiner Kamera befindet. Ich würde nicht empfehlen die Reinigung selbst machen zu wollen. Dabei kann viel kaputt gehen. Lieber zum Händler deines Vertrauens gehen oder einschicken und reinigen lassen. Damit es gar nicht erst dazu kommt: Kamera immer geschlossen halten. Also nicht das Objektiv abnehmen und die Kamera offen liegen lassen. Viel zu schnell sammeln sich kleine Staubpartikel auf dem Sensor, die man später auf dem Bild sieht. Sogenannte Sensorflecken. Kann man zwar in der Nachbearbeitung wegretuschieren, aber macht unnötig Arbeit und es kann sich negativ auf die Schärfe deiner Fotos auswirken.

Manueller Fokus

Wenn alles sauber ist, kommen wir zum eigentlichen Fotografieren. Für gestochen scharfe Fotos empfehle ich dir den manuellen Fokus zu verwenden. Ein Punkt, der meine Fotografie immens verbessert hat. Der manuelle Fokus mag unbequem erscheinen, macht aber in Sachen Schärfe so unglaublich viel aus. Auch wenn der Autofokus bei vielen Kameras mittlerweile und stetig immer besser wird, kommt er trotzdem nicht an den manuellen Fokus ran. Denn beim Autofokus bestimmst du zwar, wo der Fokus ungefähr liegen soll, aber eben nur ungefähr. In dem von dir bestimmten Fokusbereich sucht sich der Autofokus die kontrastreichste Stelle und setzt dort den Fokus. Aber das ist nicht unbedingt der Punkt, an dem du die Schärfe haben möchtest. Oft liegen ein paar Millimeter dazwischen und das macht häufig den Unterschied. Beim manuellen Fokus hast du die absolute Kontrolle. Du bestimmst ganz genau, welcher Punkt der Schärfste in deinem Bild sein soll.

Live View Kontrolle

Schärfere Fotos mittel Live View Kontrolle
Schärfe mittels Live View in 10 facher Größe kontrollieren

Durch den Sucher zu fokussieren ist oft mühsam. Einfacher geht es, indem du via Live View die Schärfe kontrollierst. Entweder direkt über deine Kamera oder noch bequemer über deinen Laptop. Der Vorteil dabei ist, dass du bei hochwertigen Kameras über das Display noch einmal zusätzlich auf das 5 oder 10 fache ranzommen kannst, um die Schärfe genau zu kontrollieren. Was im ersten Moment scharf erscheinen mag, zeigt sich in der Vergrößerung oft als unscharf. Deshalb für noch schärfere Fotos immer nochmal via Live View nachjustieren.

Stativ benutzen

Eigentlich sollte das nach den letzten beiden Punkten selbstverständlich sein. Aber zur Sicherheit erwähne ich es nochmal (und weil ich es nicht oft genug sagen kann): Benutze ein Stativ. Der Punkt, der dir am meisten Schärfe einbringt, ist meiner Meinung nach immer ein Stativ. Es ermöglicht dir mit manuellem Fokus zu fotografieren, via Live View zu kontrollieren und verhindert das Verwackeln durch deine Bewegungen.

Stativ Empfehlung

Worauf du achten solltest, was ein gutes Stativ ausmacht und was für Food Fotografie besonders wichtig ist.

Mittelsäule nicht ausfahren

Wenn du deine Kamera auf dem Stativ höher positionieren möchtest, solltest du dabei lieber die Beine deines Stativs verlängern, statt die Mittelsäule auszufahren. Die Mittelsäule ist zwar die bequemere Variante, weil du nur an einer Schraube drehen musst, dafür aber auch die deutlich instabilere. Schon kleine Erschütterungen (z.B. beim Laufen über den Fußboden) können dazu führen, dass dein Bild verwackelt. Die Erschütterungen werden über das Stativ an die Kamera weitergeleitet. Bei ausgefahrener Mittelsäule noch wesentlich intensiver als bei eingefahrener. Deshalb die Mittelsäule nur in Ausnahmefällen verwenden.  

Stativ beschweren

Wie eben schon beschrieben, kann es schnell zu Erschütterungen kommen. Gerade bei langen Belichtungszeiten kann das dazu führen, dass dein Bild verwackelt. Deshalb ist es ratsam für schärfere Fotos, dein Stativ zu beschweren. Dafür gibt es an den meisten Stativen an einem der Beine oder unterhalb der Mittelsäule einen Haken. An diesem kannst du einen Sandsack oder einen Beutel mit z.B. einer Packung Zucker befestigen. Das sorgt für einen festen Stand und wirkt leichten Erschütterungen entgegen.

RAW Format

Kommen wir zu den Kameraeinstellungen. Eine der wichtigsten Einstellungen dabei ist das Fotografieren im RAW Format. Bei manchen Kameras lässt sich auch einstellen, dass sowohl ein JPG als auch eine RAW Datei gesichert werden sollen, falls du nicht auf das JPG verzichten möchtest. Die RAW Datei nimmt zwar mehr Speicherplatz in Anspruch, aber sie beinhaltet dafür auch mehr Daten. Du kannst in der Nachbearbeitung noch wesentlich mehr rausholen als bei einem JPG. Natürlich kannst du kein verwackeltes Bild damit retten, aber du kannst die Schärfe deines Bildes richtig gut rausarbeiten. Dein Bild wirkt dadurch schärfer als die eigentliche Aufnahme.

Merke:

Die eigentliche Schärfe legst du bei der Aufnahme fest. Bei der Nachbearbeitung bringst du diese richtig zur Geltung.

Niedrige ISO

Wenn du ein Stativ verwendest, hast du automatisch mehr Spielraum was die Belichtungszeit betrifft. Bedeutet auch, dass du den ISO Wert auf ein Minimum reduzieren kannst. Je niedriger der Wert desto besser. Je nach Kamera variiert der Wert zwischen 50 – 200 ISO. Je höher der ISO Wert ist, umso mehr fängt dein Bild an zu „rauschen“. Das Bild wirkt dadurch körnig und in kann als unscharf wahrgenommen werden. Für schärfere Fotos ist deshalb eine niedrige ISO empfehlenswert.

Fernauslöser

Schlechte Lichtverhältnisse in Kombination mit einer niedrigen ISO Zahl führt oft zu einer hohen Belichtungszeit. Bei langer Belichtungszeit werden kleine Bewegungen und Erschütterungen viel mehr von der Kamera wahrgenommen als bei kurzer Belichtungszeit. Allein das Auslösen der Kamera kann dann schon zu unscharfen Ergebnissen führen. In diesem Fall macht es Sinn mittels Fernauslöser zu fotografieren. Dadurch vermeidest du, dass du beim Auslösen deine Kamera minimal bewegst. Wenn du keinen Selbstauslöser hast, kannst du auch mit dem zeitversetzten Selbstauslöser deiner Kamera fotografieren.

Spiegelvorauslöser

Spiegelvorauslösung aktivieren

Solltest du mit einer Spiegelreflexkamera fotografieren, kann auch das Umklappen des Spiegels zu Erschütterungen deiner Kamera führen. Deshalb macht es bei Aufnahmen unter einer Belichtungszeit von 1/30s Sinn, den Spiegel vorab auszulösen. Dazu gehst du in dein Kameramenü und aktivierst den Punkt „Spiegelverriegelung“.

Ruhige Köperhaltung

Wenn du gerade kein Stativ griffbereit hast und aus der Hand fotografieren willst, achte auf eine ruhige Körperhaltung. Beachte dazu folgendes:

  • Den Sucher fest an die Augenbrauen
  • Arme dicht an den Körper
  • Eine Hand am bzw. unter dem Objektiv
  • Ellenbogen am Brustkorb anlegen
  • Füße hüftbreit fest auf dem Boden
  • Knie leicht angewinkelt

Bildstabilisator

Schärfere Fotos mit Bildstabilisator
Bildstabilisator verwenden

Manche Objektive oder auch Kameras verfügen über sogenannte Bildstabilisatoren. Dabei gleicht die Kamera minimale körpereigene Bewegungen aus. Solltest du aus der Hand fotografieren und deine Technik gibt es her, aktiviere den Bildstabilisator. Wenn du ein Stativ benutzt, solltest du den Bildstabilisator dagegen lieber ausschalten. Die Kamera versucht kleine Bewegungen auszugleichen. Wenn keine Bewegung stattfindet und der Bildstabilisator angeschaltet ist, kann es sein, dass durch die Simulation dein Bild gerade deshalb verwackelt. Deshalb den Bildstabilisator nur verwenden, wenn es auch etwas zu stabilisieren gibt.

Hochwertiges Objektiv

Du hast alle Tipps befolgt und trotzdem keine zufriedenstellenden Ergebnisse? Dann macht es eventuell Sinn über die Anschaffung eines hochwertigen Objektivs nachzudenken. Oft liefern hochwertige Festbrennweiten schärfere Fotos als KIT-Objektive. Denn je mehr Glas in einem Objektiv verbaut ist, umso schwerer ist es für die Kamera wirklich scharf zu fokussieren. Deshalb macht es Sinn auf eine Festbrennweite umzusteigen. Es gibt günstige Einsteigermodelle für unter 150€, mit denen du knackig scharfe Bilder fotografieren kannst.

Die besten Objektive für Food Fotografie

Zoom-Objektiv oder Festbrennweite – was ist besser?

ZUM BEITRAG

Ich hoffe meine Tipps waren hilfreich. Und du hast ein paar Ideen bekommen wir du es schaffst in Zukunft schärfere Bilder zu fotografieren. Wenn du noch mehr Tipps für gute Food Fotos brauchst, schau doch hier vorbei:

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